Auch der zweite Flug mit Cathay Pacific verlief sehr gut – nettes Personal, gutes Essen und spannende Filme. Wir kamen kurz vor Mitternacht in Brisbane an und hatten vorgängig ein einfaches Motel für die Nacht gebucht. Der Self-Checkin verlief reibungslos und so ging es rasch ab ins Bettchen und endlich ordentlich schlafen.
Nach einem stylishen Brekki machten wir uns auf den Weg zum Caravan Storage, um wie vereinbart Hulk und Balu wieder in Empfang zu nehmen. Irgendwie hatten wir es geahnt – niemand war da. So standen wir dumm rum und warteten. Als wäre dies nicht genug, begann es plötzlich auch noch ordentlich zu schütten, und wir suchten uns in der Nähe einen Unterstand. Meine Anrufe wurden nicht entgegengenommen, und so planten wir bereits zwei weitere Nächte im Motel (es war Samstag und die Aussies sind bzgl. Freizeit ziemlich strikt…). Plötzlich kam dann doch noch ein Rückruf und Tom (der Besitzer des Storages) entschuldigte sich dafür, uns vergessen zu haben. Zwei Stunden später waren er und seine Frau dann tatsächlich vor Ort, und wir konnten unser Gespann unversehrt in Empfang nehmen.
Wir hatten die ersten fünf Tage bereits in Brisbane, quasi um die Ecke, gebucht und wollten uns erst einmal akklimatisieren. Gesagt, getan – wir schliefen sehr viel, verscheuchten den Jetlag aus unseren Knochen und gesundeten vom mitgebrachten Schnupfen. Gleichzeitig ging es an die weitere Reiseplanung und einige Déja-vu-Besuche durften auch nicht fehlen. So genossen wir zum Beispiel noch einmal ein gediegenes Dinner in South Bank.
Auf dem Nachhauseweg sahen wir zum ersten Mal die Maut-Schilder. Da auf eine Webseite verwiesen wurde, suchten wir diese präventiv einmal auf. Und siehe da – bereits aus dem letzten Jahr waren da noch einige offene Abgaben inkl. aufgelaufener Bussen, haha! Schleunigst beglich ich diese und hinterlegte meine Kreditkarte für weitere automatische Zahlungen. Das hätten wir also auch gelernt!
Da es in den ersten Tagen richtig oft geregnet hatte, konnte unser Mechaniker, welcher Balu vor der Weiterfahrt durchchecken sollte, nicht kommen. So mussten wir den Termin rund zehn Tage aufschieben und fuhren mit nicht ganz so gutem Gefühl in Richtung Norden nach Tin Can Bay. Von dort aus wollten wir ein noch ausstehendes Abenteuer in Angriff nehmen. Eigentlich sollte es ja südwärts gehen, aber vor unserer Abreise hatten wir Fraser Island aus Wettergründen ausgelassen. Dies holten wir jetzt nach!
Fraser Island ist die grösste Sandinsel der Welt und als Offroad-Paradies weltweit berühmt. Bereits vor der Überfahrt mit der Fähre waren nur noch richtige 4WD-Freaks zu sehen. Obwohl sich Hulk durchaus sehen lassen kann, wirkte er neben den krassen Offroad-Fahrzeugen der Aussies fast etwas mickrig 😊! Auf Fraser Island angekommen ging es dann sofort los – mit 80 Sachen donnerten die circa zehn Fahrzeuge auf der Fähre den Strand entlang los. Ich kann es nicht anders sagen: So ein geiles Gefühl!! Rechts die Wellen, links die Fauna und Du fährst auf dem ziemlich kompakten Sand mit ordentlich Tempo dem Horizont entgegen. Unser erstes Ziel waren die rund 100km entfernten Champagne Pools. Es ging also tatsächlich hundert (!!) Kilometer den Strand entlang – wirklich ein einmaliges Erlebnis. Auf dem kompakten Sand fühlte ich mich wirklich wohl – vielleicht weiss es der eine oder andere noch, Sand ist irgendwie mein Offroad-Nemesis. Irgendwie komme ich mit den kleinen, braunen Körnern nicht so ganz zurecht. Und so kam es, wie es kommen musste: Bei einer kurzen Abfahrt vom Strand war der Sand plötzlich seeeeehr tief und es ging aufwärts. Prompt steckten wir mit Hulk im Sand fest und buddelten uns so richtig ein! Die Offroadfreaks scheinen sich aber auf solche Zwischenfälle richtig zu freuen und so kam uns umgehend ein netter Aussie zu Hilfe. Dank seines Abschleppseils und fachkundigem Know-how schafften wir es gemeinsam aus dem Sand und es konnte weiter zu den Champagne Pools gehen!
Auf meine Frage an den Fachmann, wie ich den Vorfall denn hätte verhindern können, meinte dieser nur: Wer nie auf Fraser eingesoffen ist, hat es einfach nicht fest genug versucht, haha! Wen es interessiert – es gibt auf Youtube unzählige lustige Fraser Island-Vorfälle zu sehen. Da saufen die Autos auch richtig im Wasser ab – dies blieb uns dank Christinas Gezeiten-Research zum Glück erspart.
Neben den Champagne Pools (Rock Pools direkt am Meer mit einer sagenhaften Aussicht) besuchten wir auf Fraser Island auch noch den Eli Creek (da kann man mit Gummiringen durchfloaten) und den Lake McKenzie (ein unfassbar klarer See mitten im Regenwald – diese Farben!!). Wir verbrachten die Nacht in einem Hotel auf der Insel und am Abend gab es dort noch mein Geburtstagsdinner. Anscheinend ist eine Geburtstagsfeier auf Fraser Island für Offroad-Freaks gang und gäbe – an «meinem» Geburi ertönte das «Happy Birthday»-Lied dreimal während unseres Abendessens…
Und so gingen unsere zwei Tage auf Fraser Island zu Ende und wir sind nun wieder so richtig angekommen in Down under! Nach einer weiteren Nacht auf dem sicheren Festland in Tin Can Bay (wo wir Balu zurückgelassen hatten), ging es heute nun weiter südwärts nach Gold Coast. Hier stehen wir jetzt auf dem hippen Campground (man sieht das daran, dass die Caravans sehr neu, gross und teuer aussehen) und schauen, was die nächsten Tage hier so bringen werden!
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