Die im letzten Eintrag erwähnten Einwohner Melbournes mit asiatischem Aussehen haben auch kulinarisch ihre Spuren hinterlassen. In den drei Tagen in der riesigen Stadt haben wir grösstenteils japanisch gegessen. Und das auch noch wirklich gut. Ich habe neben Ramen und Sushi auch meine japanische Leibspeise, Okonomiyaki, gekriegt! Und dieses stand dem Original also in überhaupt nichts nach…
In unserer Zeit in Melbourne besuchten wir verschiedene Sehenswürdigkeiten, wobei mich vor allem die staatliche Bibliothek Victorias, der so genannte „Dome“, beeindruckte. Das riesige Gebäude hat eine krasse Architektur und wäre auch ohne die vielen Bücher einen Besuch wert. Auch die Gegend Southgate am Fluss hat uns sehr gefallen und der Apero in der Brewery und das anschliessende Abendessen mit Blick aufs Wasser können durchaus mit als Highlights erwähnt werden.
Eine richtig gute Idee hatten die Melbourner mit den gratis Trams in der Innenstadt – man steigt einfach ein und kann sich kostenlos in der ganzen Innenstadt umherkutschieren lassen. Trotz vieler Höhepunkte gefiel uns Sydney doch klar besser als Melbourne.
Vielleicht lag es aber auch daran, dass wir uns wirklich schon seit Tagen ganz fest auf unser arg vermisstes Gespann freuten…
Wir hatten von der Storagefirma einen Fahrer organisiert bekommen, der uns im Notfall helfen würde, Hulk wieder in Gang zu bringen. Dieser Fahrer wurde nun mehrfach ausgetauscht und als dies am Vorabend noch einmal passierte, kam doch ein etwas ungutes Gefühl in mir auf. Dennoch tauchte der Inder am nächsten Tag pünktlich auf und versichert uns, dass er ein Überbrückungskabel dabei habe. Es konnte also losgehen!
Rund vierzig Minuten später standen wir dann tatsächlich in Clarkefield auf einem Feld, wo hunderte von Caravans verstaut waren. Hulk und Balu standen noch immer am selben Ort und sahen sogar einigermassen sauber aus – immerhin war Hulk fast ein halbes Jahr lang einfach der Witterung ausgesetzt gewesen (Balu hatten wir eingepackt). Ich versuchte meinen geliebten Ford Ranger mit dem Funkschlüssel zu öffnen, aber nichts passierte. Irgendwie war das zu erwarten, und genau deshalb hatten wir unseren Fahrer mit dem Überbrückungskabel dabei. Leider schien sein Auto zu schwach zu sein und Hulk hüstelte nur ein wenig. Als auch ein weiterer anwesender Australier mit seinem Geländewagen nicht helfen konnte, blieb uns nichts anderes übrig, als einen mobilen Batteriehelfer zu rufen. Wir verabschiedeten die beiden Helfer und warteten etwa neunzig Minuten, bis dann die Rettung kam.
Innert Minuten ersetzte John unsere Batterie und Hulk schnurrte wieder wie ein Kätzchen! In Nu war Balu angekoppelt und es konnte losgehen. Unser erster Campground war ganz in der Nähe, da wir ebenfalls noch Balus Reifen ersetzen mussten. Auf dem abgelegenen Campground angekommen herrschte zuerst grosse Freude – es wird wieder gecampt und unzählige Kängurus hoppelten über das Gelände! Doch die Ernüchterung folgte bald – die Wasserheizung funktionierte nicht, unser Campingtisch war voller Schimmel und die Aussenlämpchen waren auch kaputt. Aber von solchen Kleinigkeiten liessen wir uns natürlich nicht die Laune verderben! Alles konnte innert der nächsten zwei Tage ersetzt oder repariert werden und wir fühlten uns wieder „zuhause“!
Nachdem also alles wieder lief, ging es einen Stellplatz weiter, nach Torquay. Hier ist der Anfang der berühmten „Great Ocean Road“. Das süsse Städtchen bietet einen wunderschönen Surferstrand (ok, das Wasser war mit 16 Grad für uns etwas zu kalt…), viele süsse und gute Restaurants und Cafes sowie den so vermissten Surfervibe Australiens.
Leider spielte das Wetter nicht wirklich mit, am zweiten Tag regnete es einfach von Morgen bis Abend durch. Wir verkrümelten uns in unserem gemütlichen Schneckenhaus und machten einen Movieday!
Als das Wetter am dritten Tag wieder besser wurde, machten wir uns auf, die Great Ocean Road zu erkunden – es ging weiter nach Apollo Bay. Zum Lunch machten wir halt in Lorne, ebenfalls eine hübsche Stadt an der berühmten Strasse und bereits eine Stunde später waren wir dann in Apollo Bay. Das spektakuläre dabei ist die Aussicht während der Fahrt. Man fährt, ähnlich wie in Kalifornien, etwas erhöht dem Berg entlang und hat eine fantastische Aussicht auf das Meer.
Jetzt sind wir in Apollo Bay auf dem Campground angekommen und haben diesen etwas erkundet. Es gibt einen riesigen Spielplatz für Tim, einen Pumptrack, ein Jumping Pillow, ein Basketballfeld und einen beheizten Pool – alles was man sich so wünschen kann. In den nächsten Tagen werden wir von hier aus einige Ausflüge und Wanderungen machen – wir freuen uns!
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