Sylvester war extrem schön. Wir verbrachten ein ruhiges Nachtessen mit unseren Lieblingsnachbarn in Savognin. Etwas später am Abend kamen dann noch weitere Gäste dazu, und es wurde ein gelungenes Einläuten des Neuen Jahres!
Gleich am zweiten Januar nahmen Tim und ich zusammen mit Salvi und Nino am Pondhockeyturnier der Ela Eagles teil und hatten viel Spass beim gemeinsamen Eishockey spielen. Während der Feiertage ging es Schlag auf Schlag von einer Feier zur nächsten. Ein Abend mit Raclette und Tischgrill im kultigen Roggis Baizli durfte natürlich auch nicht fehlen.
Allerdings genossen wir es dann auch wieder sehr, als die strengen Feierwochen vorbei waren und wir „unser“ beschauliches Savognin wieder für uns hatten. Leere Pisten bei strahlendem Sonnenschein sind unübertrefflich.
Bei einem kurzen Abstecher ins Unterland durfte/musste Tim wieder einmal zum obligaten Zahnarztcheck und mit Schrecken mussten wir alle feststellen, dass er ein kleines Loch hat. Der Zahnarzt beruhigte aber und teilte uns mit, dass das kein grosses Unglück sei und das ohne grosse Umstände zu beheben sei. Als „Belohnung“ wollte sich unser kleiner Mann noch ein zweites Loch im Ohr stechen lassen. Gesagt, getan – die Junge/Mädchen-Verwechslungsgefahr in Asien sinkt also so auf jeden Fall nicht, haha!
Am zweiten Wochenende des Jahres besuchten uns Familie Kölliker mit allen drei Kids und ebenfalls Fäbe und Annina, das Hochzeitspaar dieses Jahres (wir freuen uns bereits riesig auf die Feier im Juni in der Provence FR). Wir hatten also bereits wieder full-house und die Wiedersehensfeier hätte feucht-fröhlicher nicht sein können…
Jetzt gab es wieder ein paar relaxte Detoxtage, bevor es morgen dann einen weiteren (zumindest für uns) grossen Feiertag gibt: Wir zelebrieren unseren 1000. Tag auf Weltreise!!!! Unglaublich, nicht wahr? Gerade vor ein paar Tagen hatten Christina und ich uns in einem Alltagsrückfall eine Folge „Goodbye Deutschland, die Auswanderer“ angeschaut. Es war richtig lustig, die Leute bei der Planung und Umsetzung ihres grossen Traums zu beobachten und in vielen Situationen haben wir uns selber wieder erkannt. In ganz vielen Dingen merken wir aber bei so etwas auch, wie wir uns entwickelt haben. Wenn ich daran zurückdenke, welches meine Haupt-„ängste“ waren, muss ich heute gehörig lachen. Zum Beispiel hatte ich grossen Respekt vor Linksverkehr und heute fahre ich mit einem 15-Meter- und 6-Tonnen-Gespann durch Australien, notabene auf der linken Seite, haha!
Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen – ich kann mir kein schöneres Leben vorstellen. Wir können als Familie sooo viel Zeit zusammen verbringen, dabei die exotischsten und schönsten Plätze der Welt erkunden, Abenteuer erleben, kulinarische Aussergewöhnlichkeiten geniessen und fast konstant ausserhalb der Komfortzone leben. Letzteres ist fast das bemerkenswerteste. Viele Menschen lieben es ja, sich innerhalb dieser Zone zu bewegen, keine Risiken, nur Bekanntes, keine schlimmen Überraschungen etc.
Unsere Erfahrungen diesbezüglich sind, dass wir die interessantesten Geschichten und die „most memorable moments“ immer dann erleben, wenn wir wieder etwas wagen, uns zu irgendetwas überwinden müssen. Es ist nicht so, dass dies zur Gewohnheit wird, ja fast langweilig würde. Nein, wir müssen uns immer wieder zwingen, gewisse Dinge zu tun. Aber was mit der Zeit gewachsen ist, ist das Vertrauen, dass wir bisher aus jeder verzwickten Situation wieder herausgefunden haben und das Wagnis sich am Schluss immer gelohnt hat.
Wenn ich nur schon daran denke, wie wir in den Bergen Lesothos ohne Internet und Telefon auf 3000 m.ü.M. eine Reifenpanne hatten, oder wie wir zwei Tage in Soweto, dem grössten Township Südafrikas gewohnt haben, oder die Unterkunft für etwa CHF 4.—in Kambodscha oder meinen rostigen Nagel im Fuss in Hanoi oder den Rollerunfall am Tag vor der Hochzeit auf Nusa Lembongan und und und… Ich kriege soeben Gänsehaut beim Aufzählen!
Was sich auf jeden Fall gebildet hat, ist die Überzeugung, dass wir als Familie alles, wirklich alles schaffen können.
Durch unser Setup mit den immer wiederkehrenden Stopps in Savognin, ist bisher auch noch nie wirklich Heimweh aufgekommen. Gerade die ruhigen Momente sind extrem wichtig, um das Erlebte zu verarbeiten. So konnten wir auch die bekannte „Reisemüdigkeit“ bisher vermeiden. Gerade in Zeiten wie genau jetzt kommen uns wieder 1000 gute Ideen, was wir noch alles machen wollen. Es wird also bestimmt noch eine ganze Weile lang so weitergehen mit uns, und wir freuen uns riesig auf alles, was da auf uns zukommt!
Und genau aus diesem Grund schlitteln wir morgen nach Radons ins Berghaus und feiern uns dort einfach selber. Hier erlebten wir unsere zivile Hochzeit (bzw. das Essen) und Fadris Gastfreundschaft geniessen wir während jedem Schweiz-Aufenthalt so oft wie möglich!
In diesem Sinne: „Cheers und auf die nächsten 1000 Tage!“
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