Januarabstecher nach Finnland

Veröffentlicht am 27. Januar 2026 um 13:51

Nach unserem 1000 Tage-Jubiläum ging es gleich mit den nächsten Highlights weiter. Tim nahm an seinem ersten offiziellen Swissski-Rennen teil. Früh am Morgen mussten wir uns in Lenzerheide einfinden, wo bereits viele Teamkollegen des Skiclubs Savognin anwesend waren. Die Startnummern wurden verteilt und das Team machte sich ans Einfahren.

Tim durfte drei Läufe fahren und zwischendurch gab es immer wieder so genannte „Side-Events“, welche den jungen Athleten die Zeit zwischen den Läufen verkürzten. Wir Eltern standen während acht Stunden im Zielraum und nutzten die Zeit sowohl um unsere Jungmannschaft anzufeuern als auch, um mit den andern Eltern zu schwatzen.

Tim hatte einen richtig guten Lauf und zwei etwas schwächere. Er reihte sich irgendwo im Mittelfeld ein, war aber doch stolz, sein erstes richtiges Rennen absolviert zu haben. Christina und ich freuen uns auch immer wieder, wenn wir sehen, wie gelassen unser Kleiner jede Herausforderung annimmt und immer sein Bestes gibt. Wir freuen uns bereits auf weitere Rennen. Als Randnotiz noch zu erwähnen ist, dass auf dem Podest sowohl bei den Jungs als auch bei den Mädchen die Kids unseres Schweizer Ski-Asses Didier Cuche zu finden waren. Während der Läufe kümmerte sich der Weltmeister auf den Knien um das Material seiner Kinder. Herrlich, wie nahbar und am Boden geblieben der Star ist!

Wie letztes Jahr machten wir auch diesen Januar während unseres Schweizaufenthalts einen kleinen Abstecher ins Ausland. Dieses Mal ging es nach Finnland, wo Christinas Vater bereits seit zehn Jahren lebt. Nachdem wir in München noch fast unseren Anschlussflug verpasst hatten, kamen wir doch noch wohlbehalten und pünktlich in Helsinki an. Das gutgelegene Hotel ähnelte zwar irgendwie einem Gefängnis, war aber ansonsten sehr angenehm (und hatte das beste Hotelgym, das ich je gesehen hatte).

Wir erkundeten die finnische Hauptstadt grösstenteils zu Fuss und dürfen sagen, dass diese wirklich einen Besuch wert ist. Da es im Winter doch sehr kalt ist, haben wir uns vorgenommen, auch im Sommer wieder einmal herzukommen. Wunderschöne alte Gebäude, ein zugefrorener Hafen und der atemberaubende Dom am Abend waren unsere Highlights. Tims Must-Do war ein Besuch im Wikingerrestaurant, wo es neben einem traditionellen Interieur nordische Küche und einen Wikingerhelm für die Kids gab.

Nach zwei Nächten ging es dann weiter in Richtung Norden. Über den übrigens wunderschönen Flughafen in Helsinki flogen wir nach Joensuu. Die Stadt liegt in Nordkarelien, etwas südlich von Lappland. Wir hatten unser Auto nicht vorgängig gemietet, da es online keine 4WD-Fahrzeuge zu mieten gab. Als wir dann im kleinen Provinzflughafen angekommen waren, schauten wir etwas dumm aus der Wäsche, als die Counter der Mietwagenfirmen alle unbesetzt waren. Nach mehreren Fehlversuchen gab es bei Hertz dann doch noch einen brauchbaren Wagen zu mieten. Allerdings musste der einzige Mitarbeiter aus seinem Cityoffice zum Flughafen rausfahren und uns den Wagen übergeben. Der Preis für den einzigen verfügbaren ordentlichen Wagen war dann ebenfalls fürstlich – EUR 553.—für drei Tage!

Aber immerhin hatten wir einen brauchbaren Wagen für die eisige Wildnis und konnten uns doch noch zeitig auf den Weg zu Benny machen. Weitere eineinhalb Stunden später hatte uns unser Volvo sicher über die vereisten und verschneiten Strassen nach Lieksa gebracht. Hier trafen wir Christinas Vater nach Jahren wieder einmal und frühstückten zusammen. Anschliessend führte er uns zu unserem Mökki. Das traditionelle Holzhäuschen sah genauso aus, wie wir uns dies vorgestellt und gewünscht hatten! Rot-weisses Holz, eine finnische Sauna, ein heimeliges Cheminee und genügend Platz.

Von hier aus starteten wir diverse von Benny organisierte Aktivitäten. Zuerst ging es zum Husky-Schlittenfahren. Ein ganz tolles Erlebnis, muss ich sagen. Die süssen Vierbeiner zogen uns durch das Winter Wonderland Kareliens und die Sonne liess das Weiss wunderbar glitzern. Ebenfalls half sie, die eisige Kälte etwas besser zu ertragen! Anschliessend fütterten wir unsere Zugtiere und durften uns mit einer Massage für ihre Dienste bedanken.

Am nächsten Tag standen dann Snowmobile auf dem Programm. Wir heizten mit diesen durch die Wälder und über zugefrorene Seen. An einem der malerischen Seen rasteten wir und unser Guide machte ein Feuer, auf welchem wir dann Makkara (vergleichbar mit unseren Cervelat) brieten und assen. Da es an diesem Spot unter 20 Grad unter dem Gefrierpunkt war, wärmte auch das Feuerchen nicht genug, um uns die Kälte aus den Gliedern zu vertreiben. Tim bekam einen fürchterlichen Kuhnagel und schlussendlich waren wir alle froh, uns in unserer Sauna wieder auftauen zu können.

Am letzten gemeinsamen Tag besuchten wir noch Koli, ein ganz kleines Skigebiet. Da die eine Piste für uns geübte Skifahrer nicht besonders attraktiv war, nahmen wir im wunderbar gelegenen Restaurant auf dem Berg (347m.ü.M. – haha!) ein delikates Mittagessen ein. Dies war dann auch der Abschluss unseres Besuchs bei Benny. Wir freuen uns bereits, ihn wieder einmal im Sommer zu besuchen!

Wir traten also den Rückweg nach Joensuu an und flogen nach Helsinki, wo wir noch eine Nacht verbrachten. Ganz früh am Morgen ging es dann weiter nach Frankfurt. Dort brachten ein paar harmlose Schneeflocken das gesamte Flugprogramm durcheinander und wir mussten ungeplant sieben (!!) Stunden auf dem Flughafen verbringen. Durch die extreme Verzögerung verpasste Tim dann sein Hockeytraining in Savognin… Aber hei, was solls! Ein weiteres interessantes Land wurde bereist, und wir kehren mit vielen unvergesslichen Eindrücken heim!

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