Unser 3-Jahres-Jubiläum in Tasmanien

Veröffentlicht am 21. April 2026 um 03:14

Die Verstauung von Balu nähe Melbourne entwickelte sich zu einer richtiggehenden Eheprüfung, haha! Mitten im Nirgendwo versuchten wir drei, den neu gekauften Überzug über Balu zu stülpen. Nach einer guten Stunde und vielen Flüchen hatten wir es schlussendlich geschafft und es konnte losgehen in Richtung Hafen. Ich freute mich riesig auf dieses Erlebnis, da ich noch nie mit einem Auto auf so einer Fährüberfahrt war. Christina kannte das Erlebnis von ihren Kindheits-Korsika-Ferien. Wir steuerten Hulk auf die „Spirit of Tasmania“ und bezogen unsere Kajüte für die Nacht. Tim war total excited, auf so einem grossen Schiff zu sein, und auch ich fand es sehr cool! Nach einer wackligen Nacht weckte uns um fünf Uhr morgens eine freundliche Stimme und wies uns an, zu Hulk zurück zu kehren.

Auf Tasmanien angekommen fuhren wir dann aus dem Bauch der riesigen Fähre raus auf den „kleinen“ (1.5x die Schweiz…), abgelegenen Bundesstaat Australiens. Man sagt ja so schön, dass der erste Eindruck zählt. Und Tasmanien gab sich also so richtig Mühe! Wir wurden mit einem wunderschönen Sonnenaufgang empfangen und die mystische, leicht herbstliche Stimmung lies uns sogleich in „Tassie“ verlieben.

Die ersten zwei Nächte verbrachten wir in St. Helens, machten Walks entlang der wilden Küste und genossen bei bestem Wetter die Aussicht auf die atemberaubenden weissen Sandstrände. Zum Baden war es viel zu kalt, aber alleine der Anblick war überwältigend!

Wir besuchten Wasserfälle, sahen die berühmten orangen Steine am Strand sowie die bekannte Wineglass Bay, wo es leckere Austern zum Essen gab. Fun Fact: Der eine Koch erkannte unsere Sprache und erzählte uns, dass er im edlen Zürcher Dolder Hotel gearbeitet habe.

Ein unerwartetes Ereignis war die Sichtung von Südlichern. Nachdem wir im Januar in Finnland leider keine Nordlichter gesehen hatten, gab es hier das südliche Pendant zu sehen (immerhin sind wir hier ja ziemlich nahe an der Antarktis…).

Eindrücklich war der Besuch des Zuchthauses in Port Arthur (Unesco Weltkulturerbe!). Hier wurden vor zweihundert Jahren neben „normalen“ Kriminellen auch Kinder ab neun Jahren eingesperrt. Wie schon desöfteren erwähnt beeindrucken mich solche geschichtlichen Facts mit den dazugehörigen Schauplätzen sehr. In der Nähe des Gefängnisses waren zwei richtig gute Restaurants (gemäss Google). Wir suchten also das erste auf, welches leider geschlossen war. Im zweiten wurden wir mit „sorry, fully booked“ ebenfalls abgewiesen, worauf wir dann ein Notfall-Dinner in der örtlichen Tanke genossen. Auch solche Erlebnisse gehören zu unserer Reise!

Auf der Nachhausefahrt im Dunkeln konnten wir noch einiges an tasmanischem Wildlife bestaunen. Bei der Sichtung eines Wombats hielt ich an, und Tim und ich stürmten begeistert raus zu dem pelzigen Tierchen hin. Dieses nahm darauf Reissaus und versteckte sich im nächsten Loch. Aber wir freuten uns dennoch über die pelzige Sichtung.

Am nächsten Tag ging es dann in einen „Unzoo“, einen Zoo ohne Gehege, in welchem wir die lokale Berühmtheit, den tasmanischen Teufel, bestaunen konnten. Weiter ging es nun in die Hauptstadt, nach Hobart. Das charmante Küstenstädtchen ist wirklich einen Besuch wert. Wir spazierten durch die wunderschönen alten Quartiere und besuchten das Mona, das teuerste privat finanzierte Museum mit megaspannenden Installationen, welche nicht nur Christina und mich sondern auch Tim begeisterten.

Heute fahren wir nun weiter nach Bruny Island, wo wir am Abend unser 3-jähriges Jubiläum feiern werden. Jawoll, Ihr habt richtig gelesen: Seit genau drei Jahren sind wir jetzt unterwegs. Wenn ich darüber nachdenke, kann ich das selber kaum glauben… Was in dieser Zeit passiert ist, würde bereits für ein ganzes Leben reichen. Wir stritten und versöhnten uns wieder. Wir scheiterten und erreichten schlussendlich doch jedes Ziel. Schlussendlich sind wir als Familie extrem zusammengewachsen und haben ein Mindset entwickelt, dass uns gemeinsam alles schaffen lässt. Mehr oder weniger konstant ausserhalb der Komfortzone zu leben und ständig mit neuen Herausforderungen konfrontiert zu werden, lässt uns wachsen und die Sicherheit erlangen, jegliche Hindernisse zu überwinden. Natürlich gehören Missgeschicke, so genannte Fails dazu. Ich kann hier einfach einmal einen kleinen Ausschnitt aufzählen: Der geplatzte Reifen in Lesotho (ohne Internet und auf 3000m.ü.M.), die geschlossenen Grenzen in Eswatini, der rostige Nagel in meinem Fuss in Hanoi, das Steckenbleiben auf Frazer Island, der Motorradunfall am Tag vor der Hochzeit, mein Biss in die Wade der White back spider in Australien und so weiter und so fort…. Im Moment regt man sich natürlich immer auf, das gehört dazu. Aber im Nachhinein sind es genau diese Erlebnisse, die zu den besten Geschichten werden. Und natürlich überwiegen die wunderschönen Sonnenuntergänge, die spannenden Tierbegegnungen, die exotischen Landschaften und das Kennenlernen fremder Kulturen. Nicht zu vergessen auch die kulinarischen Höhepunkte (die Tanke in Port Arthur gehörte halt nicht dazu 😊). Ich könnte noch stundenlang weiter schwärmen über die beste Entscheidung unseres Lebens. Aber schlussendlich richtig verstehen kann man das wahrscheinlich nur, wenn man es selber erlebt. Wir freuen uns auf alles, was da noch auf uns zukommen wird und ich werde alle, die es interessiert weiterhin auf dem Laufenden halten! In diesem Sinne: Cheers!

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