Der Flug resp. die Flüge in die Südsee gingen über Neuseeland (mit Air New Zealand) und waren bis auf eine kleine Verspätung in Auckland ziemlich angenehm. Speziell daran waren zwei Dinge: Zum ersten das Visumprozedere. Obwohl Polynesien für Schweizer kein Visum vorsieht, hatte ich so viel Papierkram zu erledigen wie noch nie zuvor, denn Neuseeland verlangte sogar für den Transit ein Onlinevisum sowie 24h vorher noch eine Einreiseerklärung. Dazu musste der Rückflug nachgewiesen werden. Da dieser über San Francisco gehen wird, mussten wir ebenfalls noch ein ESTA-Visum der USA beantragen. Und als Krönung gab es im Flugzeug dann noch sechs Seiten Einreiseformalitäten für Polynesien auszufüllen… Aber das eigentlich spezielle war die Zeitverschiebung. Bisher waren wir es im Osten gewohnt, Europa einfach ein paar Stunden voraus zu sein. Jetzt überflogen wir unwissentlich die Datumsgrenze. Um es in einem Satz auszudrücken: Wir flogen heute ab und kamen gestern an, haha! Morgens um 4 Uhr kamen wir geschafft in Tahiti an und machten uns mittels Taxi gleich auf den Weg in die private Unterkunft in Papeete. Dort klappte alles reibungslos mit dem Self-Checkin und es ging erstmals ins Bett.
Am nächsten Morgen machte dann gleich mal die Toilette schlapp und lief aus. Ich meldete dies umgehend der Vermieterin und diese fragte verblüfft, wieso wir denn bereits da seien. Erstaunt schrieb ich zurück und merkte dabei, dass ich das mit der Datumsgrenze vergessen hatte. Entsprechend hätten wir erst einen Tag später gebucht gehabt. Zum Glück war die Wohnung bereit und niemand drinnen. Das wäre etwas unangenehm geworden, nach den langen Flügen noch ein paar Stunden vor der verschlossenen Türe zu stehen…
So regelte sich alles und auch die Toilette wurde am nächsten Tag repariert. Wir genossen nach der herbstlichen Kühle in Tasmanien wieder die tropische Wärme (bis auf Tim, der ein wenig rumjammerte, es sei soooo heiss!) und machten uns auf, Papeete zu Fuss zu erkunden. Bald merkten wir, dass die Gegend wohl doch etwas grösser ist und als wir spontan vor einem Carrental standen, mieteten wir uns einen mickrigen kleinen Wagen (gut, neben Hulk wirken noch viele Wagen mickrig 😊). Mit diesem umrundeten wir in den nächsten Tagen ganz Tahiti und fuhren auch nach Tahiti iti, der kleinen angrenzenden Insel. Die Insel ist sehr schön und die schwarzen Strände sind auch sehr speziell. Wir erholten uns einfach etwas von der Reise und relaxten.
Speziell für mich war wieder das rechts fahren. Schon lustig, wie schnell man sich an die andere Fahrbahn gewöhnt. Nach dem relaxten Strassenverhalten der Australier geht es hier nun doch wieder einiges hektischer zu. Man merkt auf der Strasse den europäischen Einfluss der Franzosen. Es wird gedrängelt, gehupt und geflucht, haha!
Nach vier Tagen auf Tahiti nahmen wir die Fähre auf die Nachbarinsel Moorea. Uns gefiel ja bereits Tahiti gut, aber Moorea war dann noch um einiges schöner! Den Mietwagen hatte ich dieses Mal direkt am Hafen gemietet und so fuhren wir selber in Richtung Unterkunft. Auf dem Weg dahin kamen wir an einem Viewpoint vorbei und hielten kurz an. Die Aussicht von dort oben über das türkisblaue Wasser und die saftigen grünen Berge sowie die weissen Strände ist atemberaubend…
Wir bezogen unser schmuckes kleines Häuschen und richteten uns erstmal ein. Im Gartenhäuschen hatten wir noch zwei Kayaks zur freien Verfügung, welche wir intensiv nutzten. Beim zweiten Schnorchelausflug mit unseren Kayaks erreichten wir eine Sandbank, an welcher es haufenweise Schwarzspitzhaie und vereinzelte ziemlich grosse Rochen zu sehen gab. Die Haie schwammen einem um die Beine rum und hatten für Riffhaie doch stattliche Ausmasse. Wir genossen es einfach, endlich mal wieder in warmem Wasser die Unterwasserwelt erkunden zu können!
Einen weiteren Ausflug machten wir auf den höchsten Aussichtspunkt der Insel. Die Wanderung durch den tropischen Wald war dann sehr schweisstreibend – die Aussicht als Belohnung am Schluss entschädigte uns aber vollends.
Zu erwähnen ist auch noch, dass wir die Eltern unserer Nachbarin Nadja aus Savognin trafen. Vor unserer Abreise hatten sie uns gesagt, dass sie ebenfalls in Polynesien unterwegs sein würden. So glichen wir unsere Reiserouten ab und fanden tatsächlich einen gemeinsamen Abend in Moorea. Diesen verbrachten wir bei interessanten Gesprächen, gutem Essen und ein paar kühlen Bierchen! Es ist schon immer speziell, wenn man Menschen aus der Heimat am anderen Ende der Welt treffen kann! Ich meine, wir sind jetzt hier über 16‘000km von zuhause entfernt… Genau gesagt waren wir noch nie weiter weg von der Schweiz als hier. Ich staune gerade selber wieder, wie spannend unser Leben doch ist, haha!
Jetzt sitzen wir gerade am kleinen Flughafen auf Moorea und warten auf unseren ersten Flug mit Air Tahiti nach Raiatea. Von dort wird es morgen dann auf unseren grossen Bootstrip gehen – Vorfreude herrscht!!
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