Elf Tage auf dem Katamaran

Veröffentlicht am 16. Mai 2026 um 21:17

Bereits der Flug nach Raiatea war ein Highlight. Der Buchungsprozess mit Air Tahiti hatte sich ja als ziemlich umständlich herausgestellt. So mussten wir neben dem relativ erschwinglichen Inselpass noch einen Flug extra dazubuchen, was dann irgendwie kompliziert zu sein schien.

Jetzt standen wir da beim Checkin und die nette Dame sagte uns, dass wir Premium-Gäste seien. Naja, was auch immer das sein soll, dachte ich. Als es ums Boarden ging, wurden wir dann an der ganzen Warteschlange vorbeieskortiert und alleine zum Flugzeug gebracht. Dort wurden wir in die erste Reihe gebracht und mit Drinks, Snacks und Willkommensgeschenken versorgt, bevor der Rest der Passagiere ins Flugzeug durfte. Tim fühlte sich wie ein König und liebte es! Als Premiumgast gab es sogar kostenloses Wifi während des 50-minütigen Fluges…

In Raiatea verbrachten wir dann eine Nacht in einem zweckmässigen Guesthouse bevor es auf unser Boot ging. Die Kabinen waren geräumig und wir hatten quasi einen Flügel für uns. Überhaupt war unser Katamaran um einiges luxuriöser ausgestattet als jener vor ein paar Monaten in den Whitsundays. Zusammen mit zwei Österreichern, zwei Kanadiern und zwei Franzosen ging es dann los!

Den ersten Abend verbrachten wir in Taha’a, wo wir ein lokales Buffet sowie einheimische Folklore geniessen durften. Die erste Nacht (oder bessser die ersten Nächte) waren für mich etwas schwierig, da die Aircon um 10 Uhr ausgeschaltet wurde und es dann ziemlich heiss wurde. Aber nach ein paar Tagen hatte ich mich daran gewöhnt, und mein Schlaf wurde wieder besser.

Das absolute Highlight war Bora Bora: Hier machten wir einen Schnorchelausflug mit vier verschiedenen Stopps. Und diese hatten es in sich. Wir sind uns ja klares, blaues Wasser gewöhnt. Immerhin waren wir bereits auf den Seychellen, Malediven, Thailand etc. Aber das hier war die absolute Spitze. Noch nie hatten wir solche Farben gesehen. Das Wasser war kristallklar und man konnte sich kaum daran sattsehen! Unsere Skipper packten während der Stopps jeweils ihre Ukulele aus und sangen Lieder. Zusammen mit der surreal schönen Umgebung war das ein absolut perfektes Erlebnis…

Auch die Schorchelspots boten alles, was mein Unterwasserherz sich wünschen konnte: Es gab verschiedene Rochen inklusive der riesigen Mantas, Haie und ganz viele bunte Fische! Beim Abendessen (welches übrigens immer hervorragend war..) schwärmten wir uns gegenseitig von diesem einmaligen Erlebnis vor.

Am nächsten Tag ging es dann zum ersten Mal so richtig aufs offene Meer hinaus. Vier Stunden ging es zurück nach Raiatea. Christina und ich liebäugeln ja seit einiger Zeit damit, mal einen längeren Teil unserer Reise per Boot zurückzulegen. Dieser Wunsch wurde nach dieser Fahrt gestrichen, haha! Allen ging es richtig dreckig und wir seuchten nur so rum. Nach der Fahrt fragte ich John, unseren Skipper, ob denn dies jetzt richtig stürmische See gewesen sei. Er lachte und meinte nur, dass dies eigentlich Business as usual gewesen sei…

Bei unserem nächsten Inselaufenthalt in Raiatea wiesen wir Passagiere den Fahrer an, bei einer Apotheke zu halten, um uns „mercalm“ zu kaufen. Wie sich herausstellte, war dies eine gute Entscheidung! Der Ausflug in Raiatea war dann auch wieder ein Highlight. Wir wurden von einer sehr charismatischen lokalen Führerin in die spirituelle Welt der Polynesier eingeführt. In einem Tempel, der Unesco-Weltkulturerbe ist, wurden uns die Bräuche und Tänze des grossen Polynesischen Reiches nähergebracht. Wir lernen hier einmal mehr sehr viel über uns bisher komplett unbekannte Kulturen. Auch dass zum Beispiel das Tattoo aus Tahiti stammt, war für uns neu. Überhaupt machen die wunderschönen Tattoos, die hier alle Menschen haben so richtig Lust, den eigenen Körper ebenfalls zu schmücken. Wer weiss, was wir noch alles mit nach Hause nehmen werden…

Wir genossen die chilligen Fahrten durch die Buchten, während derer man einfach auf das wunderschöne, blaue Meer blicken und die Seele richtig baumeln lassen kann. So sieht Entschleunigung aus!

Nach dem ebenfalls hübschen Huahine ging es dann auf die 14(!!)-stündige Überfahrt nach Moorea. Ich kann nur sagen „mercalm sei dank!“. Wir alle lagen wie tote Fliegen auf dem Boot rum und hofften einfach, dass es bald vorbei sein möge. Aber wie alles ging auch das vorbei, und wir waren zurück auf unserer (zumindest bisherigen) Lieblingsinsel in Polynesien. Mit der Lagune von Bora Bora kann natürlich nichts mithalten, aber ansonsten bietet Moorea einfach richtig viel. Auch hier hatten wir eine sehr lustige Tour mit dem französischen Guide Franky Frenck. Da wir ja bereits hier waren, hatten wir einiges schon gesehen, bekamen aber noch viele weitere spannende Infos.

Den letzten Abend verbrachten wir vor Tahiti. Aus der kleinen zusammengewürfelten Gruppe sind Freunde geworden und wir liessen die wunderbaren Erlebnisse noch einmal Revue passieren. Heute morgen wurde nun ausgeschifft und wir warten jetzt auf unseren Weiterflug (diesmal ohne Premium, haha!) nach Rangiroa. Wir freuen uns auf eines der grössten und bekanntesten (vorallem bei Tauchern) Atolle der Welt!

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