Die letzten Tage in der Schweiz kurz zusammengefasst: Das alljährliche Strassenfest „Scuntrada“ in Savognin war toll wie immer und wir konnten mit vielen „Winterfreunden“ noch ein paar Bierchen trinken, Nilanis Geburtstag bereits im Unterland war ebenfalls ein schöner Verabschiedungsmoment und das Wichtigste zum Schluss: Sacha hat seine Autoprüfung bestanden!
Mit schönen Erinnerungen und einem neu dazugewonnenen Fahrer ging es dann am Sonntag auf den Flughafen. Hier wartete bereits die erste Ernüchterung. Die Schlange vor dem Checkin ging fast bis auf die Strasse hinaus und wir hatten rund eine Stunde anzustehen. Immerhin schafften wir es gerade noch und mussten so nicht lange warten, bis wir unser Flugzeug in Richtung Madrid besteigen konnten. Als kleine Entschädigung durften Sacha und ich auf den Notausgangsitzen Platz nehmen und genossen auf dem kurzen Flug ein wenig Businessclass-Feeling, haha!
Nach dem kurzen Stop in Madrid kam dann das nächste Problem. Die etwas unfreundliche Dame beim Boarding wollte unseren Ausreiseflug aus Mexiko sehen. Da wir ja einen Roadtrip planen und das Land mit irgendeinem Fahrzeug verlassen werden, konnten wir das natürlich nicht vorweisen. Die Schlange aufhaltend begann Christina also einen Bustransfer ins Nachbarland zu buchen. Kurz vor Buchungsabschluss entschied die Dame dann gnädigerweise doch, uns einfach so einsteigen zu lassen. Nach dem langen aber angenehmen Tagesflug kamen wir müde in Cancun an.
Im Gegensatz zur ruppigen Spanierin in Madrid hiess uns die mexikanische Immigrationdame herzlichst willkommen und unsere Weiterreise schien dort kein Thema zu sein. Erster Eindruck von Mexiko war also schon einmal positiv! Wir holten uns für die nächsten zwei Wochen einen Mietwagen und machten uns erledigt auf den Weg zu unserer ersten Unterkunft in Puerto Morelos. Die Jungs gingen direkt ins Bett und wir zwei „Grossen“ gingen noch einen kleinen Happen essen.
Bereits die ersten Empanadas liessen mein Herz für die mexikanische Küche höher schlagen. Und das sollte nun so weiter gehen. Wir alle feiern das lokale Essen wie in Italien. Fajitas, Tacos, Empanadas und Burritos – we love it!
Ebenfalls schön waren unsere ersten zwei Tage in Puerto Morelos: Das süsse, etwas verschlafene Städtchen liess uns gemütlich im Land ankommen. Stressfrei chillten wir ein wenig rum und tauchten etwas in das mexikanische Leben ein.
Zu erwähnen ist allerdings noch, dass die Ostküste Mexikos gerade von einer unglaublichen Seegrasinvasion heimgesucht wird. Das üble Zeug macht aus dem ansonsten wunderschönen blauen Karibikwasser eine eklige braune Suppe. Wir genossen also lieber unseren hauseigenen Pool und bewunderten die Weite des Meeres (das braun verschwand so etwa 50 Meter von der Küste weg).
Auf der Fahrt zu unserem nächsten Stopp passierten wir Cancun. Wir hatten einen Aufenthalt hier bewusst ausgelassen. Bereits bei meinem letzten Besuch vor dreissig (!!) Jahren war es hier schon sehr touristisch. Bei der Durchfahrt wurde unser Entscheid bestätigt: Ein amerikanischer Hotelbunker am nächsten – furchtbar! Es ging also schnell weiter nach Valladolid. Hier fühlten wir uns auf Anhieb wohl. Bereits auf der Hinfahrt besuchten wir eine erste Cenote. Die kristallklaren blauen Süsswasserlöcher sind hier in der Gegend die Sehenswürdigkeit Nummer eins. Wunderbarerweise hatten wir die Grotte mit Tropfsteinen für uns alleine und konnten den mystischen Ort voll geniessen.
Unsere Unterkunft in Valladolid hatte Christina über AirBnB gebucht. Bereits die erste Wohnung war super und diese hier stand der ersten in nichts nach. Cooler Industriallook in einem schönen, alten Haus direkt in der Innenstadt. Fantastisch! Dass Sacha uns nun begleitet, freut uns natürlich sehr, stellt uns aber logistisch vor gewisse Herausforderungen. Konnten wir mit Tim oft Unterkünfte mit einem Schlafraum buchen, ist es jetzt schon schön, wenn man zwei Zimmer und noch besser auch zwei Bäder hat… Bisher konnten wir das jetzt immer erfüllen, es wird aber bestimmt auch zu viert bald einmal etwas enger, haha!
Am zweiten Tag in Valladolid besuchten wir gleich zwei Cenoten. Nach nun drei dieser coolen Bademöglichkeiten geht es jetzt dann zum kulturellen Teil. Nicht zu vergessen waren aber auch wieder die kulinarischen Genüsse in Valladolid. Besonders hervorheben möchte ich einen kleinen Familientacobetrieb in einer Seitengasse in der Nähe unserer Unterkunft. Die ganze Familie bewirtete uns superfreundlich und das Essen war einfach nur yummy! Auch die Rechnung konnte mit gut 200 Pesos für alle nicht mit den (ebenfalls sehr guten) Touristenlokalen mithalten, haha (das sind irgendwie zehn Franken für vier Personen inkl. Getränken)!
Nun stand eine sehr lange Fahrt vor uns: Es ging in den Urwald nach Calakmul. Rund sieben Stunden waren wir unterwegs und die letzte Stunde fuhren wir ohne Internet ziemlich lost durch den Dschungel. Neben Nasenaffen und Truthähnen gab es nur dichtes Grün zu sehen. Am Schluss war dann da ein grosses, wirklich schönes Hotel mitten im Nirgendwo. Hier verbringen wir nun zwei Tage und besuchen die historische Mayastadt Calakmul. Genauso hatte ich mir das vorgestellt. Da die Fahrt hierhin etwas abenteuerlich und anstrengend ist, verirren sich nicht so viele Leute hierher wie nach Tulum oder Chitzen Itza. Folglich konnten wir die historische Steinstadt in Indiana Jones-Manier fast alleine erkunden. Die Jungs kletterten die höchsten Pyramiden hoch, und wir genossen die unfassbare Aussicht über den unendlichen Dschungel, wenn man den schweisstreibenden Aufstieg einmal hinter sich hat. Die höchsten Bauten schaffen es über das Baumdach hinaus und der Blick von da oben ist atemberaubend!
Morgen geht es nun weiter nach Bacalar. Wir können jetzt schon sagen, dass Mexiko es uns sehr angetan hat…
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