Eine beeindruckende Höhle und Caye Caulker

Veröffentlicht am 29. August 2026 um 05:30

Am nächsten Morgen wurden wir von Patrick, einem sehr sympathischen, bereits etwas älteren Guide direkt bei uns im Hotel abgeholt. Es ging in die ATM-Caves (Actun Tunichil Muknal – ATM). Bereits auf dem Weg in den Nationalpark versorgte und der redselige Patrick mit allerlei spannenden Informationen zu Belize. Das Wissen bzgl. seines Heimatlandes war unfassbar gross, und wir erhielten in den nächsten Stunden noch massenhaft Kostproben.

Bei den Höhlen angekommen wurde uns die Ausrüstung (Helme und Rettungswesten) verteilt. Man durfte in die heiligen Höhlen kein Handy, keine GoPro, absolut gar nichts mitnehmen. Zuerst erschien uns dies etwas schade, da wir sehr gerne Fotos als Erinnerung und für unser Insta machen. Aber es wurde auch ohne Fotos eines der bleibendsten Erlebnisse unserer bisherigen Reise.

Zuerst einmal war das Erreichen des Höhleneingangs bereits ein Abenteuer – es ging durch Flüsse und über Stock und Stein. In der dunklen Höhle wateten und schwammen wir vorwärts und unsere Helmlampen beleuchteten bloss den jeweils nächsten Schritt. Die Höhlen sind seit der Zeit der Mayas quasi unberührt. Man läuft/schwimmt/robbt also wie durch ein Museum, in welchem die Ausstellungsstücke einfach am Fundort belassen wurden.

Neben vielen Artefakten wie Töpfen und dergleichen beeindruckten uns vor allem die Opfergaben zutiefst. Zur Zeit der Mayas waren Menschenopfer gang und gäbe. So bestaunten wir ehrfurchtsvoll die Skelette und Überreste geopferter Menschen. Anhand der Grösse der Knochen war klar zu erkennen, dass hier den Göttern auch Kinder dargebracht wurden. Wir alle verspürten Gänsehaut und hingen an Patricks Lippen, als uns dieser die gruseligen, aber höchst spannenden Geschichten erzählte.

Nach rund drei Stunden waren wir wieder zurück am Tageslicht – alle vier total geflasht von dem gerade Erlebten. Obwohl keine Fotos gemacht werden durften, wird dieses Erlebnis immer einen ganz besonderen Platz in unser aller Erinnerungen haben!

Für den nächsten Tag hatten wir nun einen richtig guten Transport nach Belize City organisiert. Nicht wie beim ersten Mal in Belize ging nun alles reibungslos. In der grössten Stadt des Landes ging es direkt zum Hafen, wo wir uns Tickets für die Fähre nach Caye Caulker kauften. Auch diese 45-minütige Überfahrt lief gut, und wir erreichten unser letztes Ziel im wunderschönen Belize.

Madonna hatte in den 80ern in ihrem Hit „La Isla Bonita“ die Nachbarinsel San Pedro besungen. Caye Caulker steht dieser in ihrer Schönheit in nichts nach, und wir gönnten uns hier eine Woche lang so richtig cooles Island-Life. Auf der einen Seite der Insel hat man leider auch hier das unsägliche Seegras, aber nicht ganz so krass wie in Mexico. Wir bezogen hier wieder eine grössere Wohnung direkt am Meer und machten uns auf, unser temporäres Zuhause zu erkunden. Hierfür hatten wir kostenlose Fahrräder zur Verfügung. Die Jungs feierten das Cruisen auf der chilligen Insel mit dem coolen Vibe total.

Endlich konnten wir auch mal wieder unsere Wäsche reinigen und die vergangenen Erlebnisse setzen lassen. Trotzdem lagen wir natürlich nicht bloss herum. Das Riff hier (Hol Chan) gilt als einer der absoluten Top-Tauchspots der Welt, und so buchten wir eine Schnorcheltour mit allen Unterwasserhighlights der Insel. Es gab wieder richtig viel Tolles zu sehen: Eine ganze Eagle Ray-Schule kurvte an uns vorbei, in der Shark Alley schwammen wir mit über zwanzig Ammenhaien und Turtles gab es ebenfalls unzählige zu sehen. Das Einzige, was uns leider verwehrt blieb, war eines der berühmten Manatees (die riesigen Seekühe) zu sehen.

Auch kulinarisch hat die Insel einiges zu bieten – wir schlemmen uns hier durch die Restaurants. Mal mit Strom, mal ohne, haha! Stromausfälle sind hier an der Tagesordnung und so kam es durchaus auch vor, dass wir mal ziemlich im Dunkeln dinierten.

Apropos dunkel: an einem Abend gab es noch den so genannten Blutmond zu sehen. Bei Vollmond gab es eine Mondfinsternis – auch ein tolles Erlebnis!

Gerade heute kam noch ein weiterer Höhepunkt dazu. Wir hatten gelesen, dass man hier Hummerfischen könne. Über unsere Unterkunft konnten wir einen lokalen Fischer organisieren, der mit uns vieren aufs Meer hinausfuhr und uns in die Kunst des Lobster-Speerfischens einführte. Wir hatten einmal mehr keine Ahnung, was uns erwarten sollte. Auch war ich etwas skeptisch als der Sohn des Fischers uns bzgl. Handhabung der Speere instruierte – Tim bekam nämlich auch einen!!

Umso cooler war das Erlebnis dann: Mit Schnorchelausrüstung und Speer ging es ins Wasser und auf die Jagd. Und tatsächlich – es war einfacher als gedacht! Mit etwas Übung erlegten wir (ja, auch Tim!) einen Hummer nach dem anderen. Am Ende hatten wir tatsächlich 26(!!) Hummer gefangen.

Der Fischer schlug uns vor, dass seine Frau uns am Abend einen Teil unserer „Beute“ zubereiten würde. Und so gab es ein fantastisches Mal mit acht Hummern (jeder zwei), je vier gegrillt und vier weitere mit einer Garlicsauce, dazu Knoblauchbrot, Coleslaw und Kokosreis – mmhh!!!

Morgen ist nun unser letzter voller Tag auf unserer lieb gewonnenen Insel bevor es dann ins nächste Land geht!

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