Kaum auf Maui angekommen stand eine erste schlechte Nachricht an: Christina wurde von Social Media darauf aufmerksam gemacht, dass sich unserer dritten Hawaii-Insel ein tropischer Sturm nähert. Nach ein wenig Nachforschung stellte sich heraus, dass dieser tatsächlich Kurs auf Big Island (wo wir gerade herkamen) und Maui (wo wir dann gerade waren) nehmen sollte. Bange verfolgten wir die Entwicklung des Sturmes und relativ bald entpuppte sich der Tropensturm sogar als Hurrikan. Von den Behörden wurden über alle Kanäle Warnungen und Vorkehrungen durchgegeben (Strassensperren, Schulschliessungen, Notvorratsinstruktionen etc.). Normalerweise gehören für uns solche Zwischenfälle irgendwie dazu, und wir machen jeweils das Beste daraus. Dieses Mal war es ein klein wenig anders – der wichtigste Punkt war der Rückflug nach Oahu. Einen Tag nach diesem würden wir nämlich unser Schiff besteigen. Und dieses würde nicht auf uns warten. Entsprechend versuchten wir alles, um nicht auf Maui zu stranden.
Angefangen hatte es bereits bei unserer Ankunft am Flughafen. Die Dame von Sixt, unserem Autoverleiher, machte uns so richtig Angst vor dem anstehenden Sturm. Gleichzeitig versuchte sie uns noch eine Zusatzversicherung zu verkaufen. Als alter Hase in diesem Bereich lehnte ich das natürlich ab – ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend blieb aber trotzdem. Meine Schweizer Versicherung würde nämlich nur einen Teil eines potentiellen Schadens übernehmen. Und schon gingen uns Bilder von davonschwimmenden Autos durch den Kopf…
Unsere schön gelegene Unterkunft war dann tatsächlich bloss 50 Meter vom Meer entfernt, was wir normalerweise feiern würden. So freuten wir uns aber nicht auf die tollen Sonnenuntergänge sondern berechneten die Wahrscheinlichkeit, dass das Meer sich unser Auto holen würde, haha!
Und so skippten wir Tag für Tag alle Pläne, da der Sturm zu jeder Zeit eintreffen könnte. Getan hat er das dann (schon fast leider…) nicht. Jeden Morgen strahlte die Sonne vom Himmel und wir getrauten uns doch nie wirklich weg von „zu Hause“. Sogar mein Maui-Highlight cancelten wir schlussendlich – die „Road to Hana“. Die Abenteuerstrecke (für die ich extra einen coolen Jeep Wrangler gemietet hatte) hat über 600 Kurven und um die sechzig Brücken. Das Problem war aber deren Lage auf der Ostseite der Insel. Und diese wäre im Falle des Sturmes eben besonders anfällig für Erdrutsche und andere Naturkatastrophen.
Und so chillten wir einfach etwas vor uns her, assen gut und nervten uns ein wenig ob der verpassten coolen Ausflüge. Einzig Tims grössten Wunsche konnten wir erfüllen: Er konnte endlich den ersehnten Bubblemaker im (ebenfalls aus Filmen bekannten) Waldorf Astoria Hotel absolvieren. Der Kleine machte das super und benutzte die Tauchausrüstung als würde er dies schon zum 1000. Mal machen. Das Feuer fürs Tauchen ist nun endgültig entfacht, und er freut sich auf den nächsten Schritt (ab 10 Jahren) – dann darf er nämlich bereits im Meer tauchen!
Ich weiss nicht mehr, wie oft ich den Status unseres Fluges gecheckt hatte, aber am Tag der Abreise war immer noch alles im grünen Bereich und die Sonne strahlte (oder lachte sie über uns?!) wie an allen Tagen auf uns herab. Am Flughafen angekommen verlief ebenfalls alles wie geschmiert und wir setzten uns gemütlich auf ein paar freie Sitze und warteten auf unseren Flug nach Oahu.
Aus lauter Gewohnheit der letzten Tage checkte ich zum x-ten Mal den Flugstatus und erstarrte plötzlich: Unser Flug war gestrichen worden. Ganz kurz kam Panik auf und wir suchten umgehend den Counter von Hawaiian Airlines auf. An diesem Tag gingen etwa zehn Flüge nach Oahu und nur ein einziger wurde gestrichen… Da aber alle anderen stattfanden, konnten wir problemlos umgebucht werden und kamen pünktlich in Honolulu an.
An diesem Abend sollte eben noch ein weiterer Höhepunkt stattfinden. Über meinen Whattsapp-Status hatte ein alter Freund von mir festgestellt, dass er mit seiner Freundin genau an diesem Abend ebenfalls in Waikiki sein würde. So verabredeten wir uns mit Reto und Flurina und verbrachten einen äusserst feucht-fröhlichen letzten Abend in Hawaii!
Mit einem leichten Kater ging es dann am nächsten Morgen auf zum Hafen. Hier begann nun ein weiteres Kapitel unseres longesthoneymoon – wir werden mit einem Kreuzfahrtschiff, der Celebrity Edge, nach Australien fahren. Die Fahrt wird knapp drei Wochen dauern und ganz viele reine Seetage beinhalten.
Das Boarding der rund 2500 Passagiere ging ziemlich rasch vonstatten und wir konnten unsere stylischen Kabinen auf dem Luxusschiff beziehen. Gleich ging es ans Erkunden unseres temporären Zuhauses und an eine erste leckere Mahlzeit. Das Schiff ist wirklich grossartig und wir freuen uns jetzt alle auf diese neue Erfahrung während der nächsten Wochen!
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