Fakarava und noch einmal Tahiti

Veröffentlicht am 31. Mai 2026 um 19:36

Nachdem bereits Rangiroa sehr remote war, setzte Fakarava noch einen drauf. Vielleicht lag es auch an den Bekanntschaften, die wir auf der wunderschönen Insel machten. Nach den Flitterwocheninseln Tahiti, Morea und vor allem Bora Bora, schafften es nach Fakarava irgendwie nur die krassesten Oberabenteurer. Mit unseren über drei Jahren Weltreise zählen wir normalerweise zu den erfahreneren Reisenden, aber hier trafen wir Typen, die seit 15 (!!) Jahren auf einem elf Meter langen Schiff leben und aus der Normandie nach Polynesien gesegelt sind. Fast alle schienen mit einem eigenen Boot gekommen zu sein und es gab superinteressante Geschichten zu hören.

Da ich mit meinem neuen Tattoo nicht gross an die Sonne sollte und Baden gar nicht erlaubt war, wurde unsere Zeit auf Fakarava seeeehr chillig. Christina ging wieder tauchen und wir liessen einfach ein bisschen die Seele baumeln. Die Auswahl an Restaurants war sehr beschränkt und ohne Reservation blieb meist nur der Snack-Stand übrig. Als dann noch Pfingsten war, stürzte sich die ganze Insel auf diesen, da der als einziges „Restaurant“ offen hatte, haha!

Als wir in einem der beiden äusserst spärlich ausgestatteten Einkaufsläden ein paar Basics für unsere Unterkunft kaufen wollten, staunten wir nicht schlecht. Es gab keine Eier, kein Brot und kein Trinkwasser… Auf unser Nachfragen erfuhren wir, dass das liefernde Schiff aufgrund ungünstiger Seeverhältnisse nicht gekommen sei und erst in ein paar Tagen erwartet werde. Da werden einem die Schattenseiten einer remoten Südseetrauminsel einmal richtig bewusst. Schon krass, wie selbstverständlich wir in Mitteleuropa davon ausgehen, dass immer alles problemlos verfügbar ist.

Entsprechend gab es zum Frühstück in den nächsten Tagen diese gepressten Müeslistengel, die sich auflösen, wenn man sie in Milch gibt. Frühstück für Champions! Auch die Sache mit dem Trinkwasser war etwas tricky. Wenn wir unterwegs sind, trinken wir wirklich viel Wasser. Und der einzige Ort, wo man Trinkwasser bekam, waren die Restaurants. So gab es immer nach dem Essen noch ein, zwei Wasserflaschen to go 😊.

Nachdem wir mit unserem shitty car auch noch den berühmten PK9-Strand besucht hatten (der ist wirklich unheimlich schön!) ging es mit dem Flugzeug wieder zurück an den Ausgangspunkt – Tahiti. Nach einem Monat waren wir also für die vier letzten Tage wieder auf der Hauptinsel. Wie machten nochmals einen schönen Ausflug mit dem Katamaran nach Tetiaroa. Da die Hinfahrt drei Stunden übers offene Meer dauern sollte, gönnte ich mir wieder das bewährte „mer calm“. Bei der 14-stündige Überfahrt hatte das ja super geklappt. Dieses Mal hatte ich nicht einberechnet, dass wir nach drei Stunden einen kleinen Walk zur Vogelinsel machen würden. Das Medi hatte mich völlig ausgeknockt und ich musste mich zu jedem Schritt quälen – Reminder fürs nächste Mal: Nur bei wirklich langen Fahrten nehmen, haha!

Dann gab es auf Tahiti noch zwei weitere Highlights: Christina hatte sich nach meiner erfolgreichen Tattoo-Session auch dazu entschieden, ihren Unterarm mit lokaler Kunst zu verschönern. So klapperten wir ein paar Studios ab, bis wir einen authentischen Artist gefunden hatten. Das Ergebnis ist sehr schön geworden und besonders toll umgesetzt wurde unser Wunsch, dass gewisse Themen nun wie z.B. unsere Familie und unsere grosse Leidenschaft, das Reisen, bei beiden im Stil der Marquesas verewigt wurden.

Das Wichtigste aber kam natürlich noch: Tims 8. Geburtstag! Unser kleiner Grosser feiert nun bereits seinen vierten Geburtstag auf Reisen und war total aufgeregt auf seinen grossen Tag. Wir genossen einen chilligen Tag an unserem wunderschönen Pool (ach ja – Christina hatte uns für die letzten Tage nach den einfachen Inselunterkünften ein richtig luxuriöses AirBnB gebucht), spielten ein Geburtstags-Machikoro und nicht fehlen durfte die liebevoll gestaltete Früchtetorte mit dem obligaten Kerzchen zum Ausblasen. Zum Dinner hatte sich Tim den Besuch bei unserem Lieblingsitaliener in Papeete gewünscht. So ging die wunderschöne Zeit in Polynesien zu Ende. Da die Gegend uns wirklich total geflasht hat, wird es aber bereits in diesem Jahr ein Wiedersehen geben – wie, wo genau und wann erfahrt Ihr dann irgendwann im Herbst!

Unser Flug über San Francisco nach Paris sollte sehr früh starten, weshalb ich den Wecker auf 04:00 stellen musste. Zum Glück bin ich mitten in der Nacht einmal aufgewacht und habe meine Emails gecheckt (alte Berufskrankheit…) und somit gesehen, dass unser Flug etwas Verspätung haben würde. So gab es für alle noch ein wenig mehr Schlaf. Christina hatte bereits mehrfach schlechte Erfahrungen mit französischen Airlines gemacht und ihr graute vor dem Flug mit der Billigtochter der Airfrance, FrenchBee. Durch das zeitliche Verschieben unseres Fluges sollten nun gleich zwei riesige FrenchBee-Maschinen gleichzeitig starten. Dies überlastete den Securitycheck des kleinen Flughafens auf Papeete sogleich, und wir mussten ohne Frühstück über eine Stunde vor dem stickigen Checkpoint anstehen. Jetzt schreibe ich diese Zeilen im Anflug auf die US-Westküste. Beim Aufstehen und während des langen Anstehens konnte ich noch den gloriosen Finaleinzug der Schweizer Eishockeyaner feiern und den grössten Teil des Champions League Finals im Ticker lesen. Leider startete unser Flieger kurz vor Schluss beim Stand von 1:1. Ich drücke Arsenal die Daumen und hoffe, bei der Zwischenlandung in San Francisco den ersten CL-Titel meines englischen Lieblingsvereins zu bejubeln… Aber hauptsächlich freuen wir uns, unserem Neo-Achtjährigen endlich den Eiffelturm zeigen zu können!

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